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Ein Platz an der Sonne

Foto: KrausePropst Oliver Albrecht bei seiner Festpredigt in Burgholzhausen
Propst Oliver Albrecht bei seiner Festpredigt in Burgholzhausen

Der Platz auf der Kanzel war auch ein Platz an der Sonne. Probst Oliver Albrecht stand bei seiner Festpredigt in gleißendem Licht. Er nutzte den gut besuchten Jubiläumsgottesdienst dazu, über die Kirche als Klangraum des Lebens zu sprechen. Viele Menschen hätten in den vergangenen drei Jahrhunderten hier gebetet, den Verlust eines Angehörigen beklagt oder sich über die Taufe eines Kindes gefreut. „Wie arm wären wir, wenn wir solche Orte nicht hätten?“ Dennoch würden viele Menschen diesen Ort viel zu selten aufsuchen.

Das führte Albrecht zu der Frage, ob es eine Sonntagspflicht zum Besuch des Gottesdienstes gebe. Seine klare Antwort: Nein, Glaube sei kein Programmpunkt wie so viel andere in unserem Leben, den man abhaken könne. Er plädierte vielmehr leidenschaftlich dafür, den Glauben in unseren Alltag zu integrieren.

Christliches Miteinander

Viele wirkten mit an diesem Jubiläumsgottesdienst: Jutta Knorr spielte die Orgel, Konfirmanden trugen die Lesung vor, der katholische Kirchenchor begleitet den Gottesdienst ebenso musikalisch wie der Posaunenchor, der von Usinger Bläsern unterstützt wurde.

Zu den Festrednern gehörte Bürgermeister Horst Burghardt, der auf die fundamentale Bedeutung der zehn Gebote für unsere Gesellschaft verwies. Kreisbeigeordnete Katrin Hechler überbrachte ebenso Glückwünsche wie Ortsvorsteher Heinz Reinhardt, Präses Peter Vollrath-Kühne und der Vorsitzende des Friedrichsdorfer Kirchenvorstands, Reinhold Steinhilber. Marius Krause, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Heilig Kreuz Burgholzhausen äußerte die Hoffnung, dass sich die zahlreichen ökumenischen Aktivitäten auch nach Abschluss der Jubiläumsfeiern fortsetzen lassen. (kr)

Mehr Infos und Bilder zum Holzhäuser Kirchenjubiläum gibt es hier.

Klangraum des Lebens

Mit seiner Festpredigt zum Holzhäuser Kirchenjubiläum hat er viele beeindruckt. Die Idee dazu kam Probst Oliver Albrecht bei einem Kurzbesuch in Burgholzhausen - in der katholischen Kirche.

Das Bild der Kirche als Klangraum des Lebens ist vielen Besuchern des Jubiläumsgottesdienstes in Erinnerung geblieben. Oliver Albrecht erinnerte an die Menschen, die hier "gebetet und gesungen, geglaubt und gezweifelt, gelacht und geweint haben". Er machte deutlich, wie wichtig es ist, dass wir Menschen solche Orte haben, an denen wir uns Gott nahe fühlen können.

Albrecht stellte auch die Frage, ob wir nicht manchmal ein schlechtes Gewissen haben, dass wir diese Orte – unsere Kirche – so selten aufsuchen. Und er machte klar, dass unser christlicher Glaube nicht davon abhängt, ob wir sonntags aus Pflichtgefühl in die Kirche gehen. Sein Thema ist nicht "das Leben und der Gottesdienst", sondern "das Leben als Gottesdienst".

Christ sein dürfe keinen zusätzlichen Leistungsdruck bedeuten, keine Erfüllung einer Sonntagspflicht. Albrecht wünscht sich vielmehr einen "Glauben im Alltag – das ganz normale Leben als Gottesdienst – eben Christsein als Haltung".

Die Idee zu dieser Predigt kam ihm bei einem Zwischenstopp in Burgholzhausen, erzählt Oliver Albrecht. Auf der Rückfahrt von einem Besuch bei seiner Tante hat er hier Station gemacht und ist im Dorf spazieren gegangen. Die katholische Kirche war offen. Dort hat er eine Weile gesessen. "Da hatte ich das Gefühl, man kann den Gesang aus 300 Jahren hören", erzählt er.

Albrecht ist Seelsorger für 476 Pfarrerinnen und Pfarrer zwischen Offenbach und dem Limburger Land. Daher war die Predigt zum 300-jährigen Bestehen der beiden Holzhäuser Kirchen für ihn etwas Besonderes. Von seinem Besuch nimmt er mit, dass in diesem Ort nach den früheren Auseinandersetzungen zwischen den Konfessionen heute in Sachen Ökumene "etwas ganz Tolles passiert". (kr)

Mehr Infos und Bilder zum Holzhäuser Kirchenjubiläum gibt es hier.

Hilfe gegen Populismus

Angesichts europaweit zunehmender populistischer Tendenzen und aufgrund zahlreicher Nachfragen aus Gemeinden hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eine Orientierungshilfe zum Umgang mit Rechtspopulismus veröffentlicht. Die Handreichung beschreibt Merkmale des Populismus, zeigt theologische Perspektiven zur Auseinandersetzung auf und gibt kirchenrechtliche Hinweise für mögliche Konfliktsituationen.

https://unsere.ekhn.de/demokratie

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