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Kirchengeschichten früher und heute

Foto: KrauseDas erste Holzhäuser Erzählcafé im Oktober 2018 im Alten Rathaus.

Viele junge und ältere Menschen waren im Oktober 2018 ins Alte Rathaus gekommen. Die einen wollten Geschichten erzählen, die anderen welche hören. Barbara Wolf-Krause von der katholischen und Thea Münch von der evangelischen Kirchengemeinde Burgholzhausen hatten die Idee und moderierten das erste Holzhäuser Erzählcafé.

Henri Schweizer, Elisabeth Meier und ihr Bruder Johannes erzählten von ihrer Erstkommunion heute: "Im Gottesdienst trugen wir alle das gleiche weiße Gewand. Darunter hatte ich ein schönes weißes Kleid für die Feier mit der Familie", verriet Elisabeth. Besonders gefiel allen die gemeinsame Fahrt mit allen Kindern. Und die Geschenke, wie zum Beispiel der Besuch in einem Freizeitpark.

Bei Reni Bischoff, die 1937 ihre Erstkommunion hatte, "mussten die Zöpfe ordentlich geflochten sein. Wir mussten im Pfarrhaus antreten. Es wurde genau geschaut, ob wir ordentlich angezogen sind." Der Gottesdienst habe anderthalb Stunden gedauert, "da hatte man dann auch Hunger und keine Lust mehr." Gefeiert wurde mit der Familie, mit Patentante und Patenonkel. Und Geschenke gab es auch früher – eine Tüte mit 200 Gramm Bonbons und eine Armbanduhr. "Bei meiner Firmung gab es kein Fest, sondern nur einen Gottesdienst."

Das ist heute anders. Theo Hoffmann und Julian Menn haben sich in einer Glaubenswoche in Kloster Ilbenstadt intensiv auf ihre Firmung vorbereitet. "Sehr gut fand ich, dass wir uns mit uns selbst auseinandergesetzt haben und erst dann damit, welche Bedeutung Religion für unser Leben haben kann", sagt Theo. Julian ergänzt: "Wichtige Themen waren Glück, Zufriedenheit und das eigene Gewissen."

Ein Jahr lang vorbereiten müssen sich auch heute die Konfirmanden. "Der Gottesdienst hat aber nicht so lange gedauert, weil wir am Abend vorher zum Abendmahl gegangen sind", erzählt Sören Isermann.

Für Christina Brüssow, Konfirmation 1948, wurde ein schwarzes Kleid der Oma umgenäht. "Und die weißen Hochzeitsschuhe meiner Mutter wurden schwarz gefärbt. Wir hatten einen strengen Pfarrer und mussten alle Lieder auswendig lernen. Obwohl es nach dem Krieg nicht viel gab, haben wir gefeiert. Zwar nicht mit Torte, aber es gab leckeren Hefekuchen. Und als Geschenk Handtücher für die Aussteuer."

Marianne Peilstöcker musste vor ihrer Konfirmation 1949 sogar die Kirche putzen. "So wurde sie einmal im Jahr richtig sauber. Und am Abend vor der Konfirmation sind wir zur Beichte gegangen. Wir trugen im Gottesdienst schwarze Kleider, die dafür genäht wurden. Nachmittags gingen wir von Haus zu Haus aller Konfirmanden. Und für die Jungs gab es das erste Bier."

Von ihrem Alltag erzählten Pfarrerin Gundula Guist und Pfarrer Rudolf Göttle. Interessant zu hören, wie lange die Vorbereitung auf einen Gottesdienst, eine Trauung oder auch eine Beerdigung dauert. Bei Muffins, Zimtschnecken und Kaffee kamen viele miteinander ins Gespräch.

Die Veranstaltung wird 2019 fortgesetzt – denn Holzhäuser Geschichten gibt es noch viele zu erzählen. (bwk)

 

Freuen sich auf Ihre Geschichte:

Barbara Wolf-Krause, Tel.: 0160 1503891

Thea Münch, Tel.: 0178 3465126

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